Der Aufwandsschätzung hat in Projekten eine zentrale Rolle. Von ihr ist der Erfolg oder Misserfolg von Projektarbeit maßgeblich abhängig. Gelingt es frühzeitig eine realistische Aufwandsschätzung (engl.: effort estimation) durchzuführen, können erfolgsversprechende Entscheidungen getroffen werden. Was bedeutet, dass unrentable Projekte rechtzeitig beendet und rentable Projekte frühzeitig erkannt und entsprechend gefördert werden. Eine gute Aufwandsschätzung ist auch die Grundlage jedes Projektes, egal ob klassisch oder agil.

Verschiedene Verfahren haben sich in der Praxis durchgesetzt: Weit verbreitet, aber nicht empfehlenswert, weil wenig aufwändig, ist der Top-down-Ansatz. Wesentlich aufwändiger aber auch präziser ist der Bottom-up-Ansatz. Die bekanntesten Methoden sind die Schätzklausuren, insbesondere die Delphi-Methode und das Planungspoker.

alter Taschenrechner, in Schätzverfahren unnötig

Aufwandsabschätzung mit Schätzklausur, Delphi-Methode

Die Schätzklausur, wie das Expertenschätzverfahren Delphi-Methode sind Bottom-up-Methoden. Ausgehend von geplanten Arbeitspaketen oder (etwas größer) Teilprojekten werden diese unabhängigen Experten im Rahmen einer Schätzklausur zur Schätzung vorgelegt. Ohne vorherige Diskussion geben die Teilnehmer oder die Experten ihre erste Schätzung zum Arbeitspaket verdeckt ab. Die Ergebnis werden zusammengefasst und statistisch ausgewertet. Bei erheblicher Spreizung der Schätzung oder einzelnen erheblichen Ausreißern werden die Ergebnisse diskutiert. Nach der Diskussion erfolgt eine erneute Bewertung. Dieses Verfahren wird so lange wiederholt, bis eine allgemeine Einigkeit besteht (manchmal sind zwei oder drei Durchläufe notwendig).

Vorteil dieser Methode ist, dass eine abgesicherte, ziemlich genaue Schätzung erzielt werden kann und (falls nötig) Alternativen gefunden werden können. Der Nachteil ist der höhere Aufwand, weshalb diese Methode häufig nur bei größeren Projekten zur Anwendung kommt.

Aufwandsabschätzung mit Planungspoker

Der Planungspoker ist in agilen Projekten (vor allem Scrum) bekannt, kann aber auch sehr gut in sequentiellen Projekten genutzt werden. Obwohl auch hier eine Schätzung erfolgt, sind die Ergebnisse hinreichend genau.

Planungspoker begeistert und macht Spass

Die Aufwände werden mittels eines auf Konsens abzielenden, allmählichen Annäherungsprozesses an realistische Werte ermittelt. Der Vorteil gegenüber der Schätzklausur liegt u.a. darin, dass Planungspoker den menschlichen Spieltrieb aktiviert und relativ viel Spaß machen kann. Entsprechend hoch ist dadurch auch die Motivation der Teilnehmer.

Bei Scrum kommt der Planungspoker im Ritual Sprint Planning Meeting zum Einsatz, bei PRINCE2 kann er vor jeder Phase durchgeführt werden und im klassischen (DIN getriebenen) Projekten in der Planungsphase.

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